Erfahrungsbericht Mud Masters Weeze

von Lars am 02.07.2015

Erfahrungsbericht Mud Masters Weeze

Bildquelle: Mud Masters

05:30 Uhr: Augen sind offen, kann nicht mehr schlafen. Immer wieder das gleiche vor einem Hindernislauf. Obwohl ich nun schon über 15 Läufe in 2 Jahren bewältigt habe und mich nun als erfahren bezeichne, bin ich wieder aufgeregt. So auch vor dem Mud Masters in Weeze! Mehr zu diesem Hindernislauf könnt ihr jetzt in unserem Erfahrungsbericht nachlesen!

Autor: Volker Pellen

Mud Masters Weeze - Nur ein Trainingslauf

Da ich nun sowieso schon wach bin, kann ich auch gleich meine Tasche packen und nochmal die Emails checken – man soll 1,5 Stunden vor Start eintreffen. Tja, stand gestern und vorgestern auch schon in dieser Email. Wetterbericht kann auch nicht schaden. Morgens scheint die Sonne und mittags gibt es Regen. Gut für mich und schlecht für die Mitstarter, die die 6 km laufen. Spüre ich da ein kleines bisschen Schadenfreude?!

Letztes Jahr war Deutschlandpremiere und das Spektakel findet nur 25 Minuten von meinem Zuhause statt - also ein Heimspiel. Allerdings gab es im Ziel nur einen halben Becher Bier und noch nicht einmal eine Medaille. Müsste bei dem Startgeld eigentlich mehr drin sein. Darum wollte ich in diesem Jahr auch gar nicht mehr starten.

Facebook und Trophy Runners habe mich eines besseren belehrt, habe ich doch bei einem Mud Masters Gewinnspiel mitgemacht und 2 Wildcards gewonnen. Meine Freundin übrigens auch. Somit hatten wir 4 Freikarten. Meine liebe Freundin, die mich stets begleitete und für die nötige Motivation und Fotos gesorgt hat, wollte doch tatsächlich selber starten.

Anmeldungen in Wunschgruppen waren beim Mud Masters Team kein Problem. So konnte ich noch in die bereits ausgebuchte Gruppe Alpha, die übrigens die einzige Startgruppe ist, bei dem es um den Wettkampf geht. Mein Mitstreiter Vincent ging eine Gruppe später an den Start, um ebenfalls die 18 km abzureißen. Die Damen Mary und Petra liefen erst nachmittags in der ersten 6 km Gruppe. Wir erinnern uns, was der Wetterbericht dazu gesagt hatte.

07:30 Uhr: Alle sind da und wir besetzen die Autos. Auf geht es zum Flughafen Weeze. Diesmal geht die Reise nicht mit dem Billigflieger in den Süden, sondern es geht noch billiger – selber Laufen!

Um 08:00 Uhr fahren wir auf den Parkplatz, ich bin immer gerne ein bisschen früher da, dann hat man weniger Stress, kann sich in Ruhe umsehen und die Dixi Klos sind noch relativ unbenutzt. Und schon die erste Ohrfeige in Form von 5,- € Parkgebühr. Bitte?! Das wurde nur vom StrongmanRun Belgien 2014 getoppt. Die nahmen auch 5,- €, es gab aber keinen Parkplatz. Dort konnte man sich im Wohngebiet irgendwo einen Platz am Straßenrand suchen. Da lob ich mir die Spartacusseries Belgien, kostenfreie Parkplätze mit Shuttlebus Service.

Ok, runterschlucken und weiter. Das Abholen der Startunterlagen ist ja überall nahezu gleich. Voller Neugier schaue ich auf die vielen Präsente im Starterpack. Ja, richtig, hier ist Ironie im Spiel. Wie immer keine Präsente vorhanden.

Wir schauen uns ein wenig um, es ist ja noch ein bisschen Zeit. Der Sizzler direkt vor dem Zieleinlauf. Strom ist echt nicht mein Ding, aber es gehört halt dazu und die anderen 12999 Starter haben ja scheinbar Spaß daran. Die Rampe vom letzten Jahr ist nicht mehr da und auch, so ein Glück die drei Wände, die immer höher wurden. Im letzten Jahr musste mir noch ein Fotograf über die letzte Wand helfen, weil vor und nach mir kein direkter Läufer mehr kam. Ich hätte wissen müssen, dass die Wände jetzt einfach woanders stehen und das gleich in 2facher Ausführung.

09:30 Uhr: Die Gruppe Alpha wird aufgerufen, den Startbereich aufzusuchen. Die Stimmung ist gut und ich fühle mich ganz fit, auch wenn ich gerade am 01. Mai noch den Spartacusrun in Belgien erfolgreich hinter mich gebracht hatte. Auch hier gab es 13.000 Starter, allerdings alle über eine Distanz. Mein Ziel war es dort unter die ersten 200 zu kommen und wurde schließlich 71er, aber das ist eine andere Geschichte.

Der Mud Masters Einpeitscher war gut drauf und die Musik war auch gut, zumindest da noch. Neben uns stehen die Marthonis. Würde ich auch gerne machen, aber meine Frau hat es mir einfach verboten. Bei so einem Verbot hat man schon eine sehr schlechte Ausgangsposition bei einer Diskussion über den Start beim Mud Masters 24 Hours.

10, 9, 8, 7, …. Start. Jetzt geht es nur noch nach vorne und was ist das??? Pünktlich zum Startschuss beginnt es zu regnen. Jetzt werden wir auch noch nass, war der erste Gedanke. Daran merkt man, dass die Maschine schon auf Autopilot geschaltet hatte, denn nass wird man ja sowieso.

Es geht zunächst über die Bunker und im Bogen zurück zu den Monkey Bars. Hier merkte ich schon, dass es irgendwie leichter von der Hand ging als im Jahr zuvor. Eins muss man den Organisatoren lassen, die Hindernisse sind alle absolut erstklassig. Selbst die einfacheren sind stabil und hochwertig gebaut.

Ab nun heißt es Routine, klettern, kriechen, springen, schwimmen usw. Hindernisse aus Holz, Stroh, Matsch. Es regnet immer stärker und plötzlich vibriert der Boden. Es war kein Flugzeug, das die Schallmauer durchbrochen hatte, sondern Donner mit einem mächtigen Knall. Das sind mal „special effects“, dachte ich mir so. Leider wurde deswegen dann der Splash Jump gesperrt. Darauf hatte ich mich unter anderem mit am meisten gefreut.

Kurz vor Ende des zweiten Drittels, was gleichzeitig das Ende der 6 und 12 km Strecke war, kamen auch die von mir so heißgeliebten Wände. Wir hatten uns allerdings während des Laufes zu einem Dreierteam zusammengefunden und so konnte dieses Hindernis relativ easy gemeistert werden.

Nun noch die letzte Runde, nur noch ungefähr 6 km. Ich spürte noch Reserven und setzte mich von meinem Dreierteam ab, immer wieder bemüht, Anschluss zur nächsten Gruppe oder zumindest nächsten Läufer zu finden, denn man weiß ja nicht, was einen noch erwartet. Und wenn dann nicht zufällig ein Fotograf in der Nähe ist, hat man mit Zitronen gehandelt.

Jetzt noch einen Sandsack schleppen, an Seilen klettern und etwas für mich neues, der Ring Shuffle. Zwei Seile waren als Ringe um einen Balken gebunden und man musste sich mit deren Hilfe rüberhangeln, klingt kompliziert, sah auch so aus, war aber im Endeffekt ganz einfach.

Jetzt noch einmal abtauchen und dann zum Sizzler. Hatte ich schon erwähnt, dass ich Strom nicht mag. Ganz vorsichtig bin ich da durchgekrochen und es hat ewig Zeit gebraucht. Egal hinter mir war ja keiner, zumindest nicht direkt hinter mir. Ohne einen Stromschlag lief ich dann in Richtung Ziel. Mittlerweile schüttete es wie aus Eimern. Zieleinlauf und somit Finisher Mud Masters NRW 2015. Jetzt noch das Finisher Shirt abholen, oh, dieses Jahr gelb, zumindest bis ich es in den Händen hielt, und eine Dose alkoholfreies Radler.

Kurz noch unter die Dusche oder besser gesagt unter den Gartenschlauch und noch ein Mud Masters Hoodie gekauft, denn es war echt saukalt geworden. Der Wetterbericht ist auch nicht mehr das, was er mal war. Auch Vincent ist gesund und glücklich angekommen und was soll ich sagen, als die Frauen starteten, scheinte die Sonne.

Als Gruppe gab es noch ein echtes Finisher Bier. Auch wenn es in diesem Jahr wieder keine Medaille gab, war uns klar, im nächsten Jahr geht es wieder an den Start. Für die, die es wissen möchten, ich wurde 26er, ein absolut für mich überraschendes Hammerergebnis.

Jetzt erstmal ausruhen, denn Ende Juni geht es zum Battle of the Ardennes.

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