Erfahrungsbericht Strong Viking Mud Edition Fürstenau 2017 - Easy going, oder doch nicht?

von Lars am 13.04.2017

Erfahrungsbericht Strong Viking Mud Edition Fürstenau 2017 - Easy going, oder doch nicht?

Bildquelle: Volker Pellen

Es ist Samstag und die Sonne scheint. Also packe ich meine Familie ein, um in der Nähe von Osnabrück, also in Fürstenau einen lockeren Trainingslauf zu machen, während meine Familie in der Zeit spazieren geht. Hier ist ein ehemaliger Truppenübungsplatz in einem Waldstück, also ideale Bedingungen für einen Geländelauf. Seltsamerweise haben sich das noch einige Tausend weitere Leute gedacht und die Veranstalter vom Strong Viking haben freundlicherweise auch gleich eine Menge Hindernisse aufgestellt. Ihr habt es schon geahnt. Es findet die Strong Viking Mud Edition Deutschland statt und somit auch der erste Hindernislauf der Strong Viking OCR Serie.

Autor: Volker Pellen
Nach ca. 2h Autofahrt kommen wir an unser Ziel: Strong Viking Mud Edition Fürstenau. Mit im Gepäck die Royal Bay Air Kompressionssocken, die heute mal ihren ersten Extremtest durchlaufen werden, dazu die OCR Laufschuhe Zeal 2 von Icebug und mein Kitbrix Equipment.

Da ich meine Qualifikation für die OCR EM und WM bereits hatte, wollte ich mir für die ersten Läufe der Saison keinen Wettkampfstress antun. Außerdem war ich über 2 Monate krank mit Atemwegsproblemen und dazu zog ich mir Mitte Januar noch einen Muskelfaserriss zu. Keine besten Bedingungen also.

Start für meine Welle ist 12:00 Uhr, d. h. es wird in Wellen gestartet und das im 20 Minutentakt. Als ich auf dem Gelände erscheine begrüße ich zunächst mal meine Kontakte von Strong Viking: Jan Ruch, der den Tag im Strong Viking Truck verbringen darf, Sarah Lehne, die meistens im Presse/Info Zelt zu finden ist und Jan Reijs, den Begründer von Strong Viking.

Die erste Welle ist schon unterwegs und mit einem Affenzahn unterwegs. Hier geht es um die neue OCR Serie, einer Serie von mehreren Strong Viking Läufen und Preisgelder für die Erstplatzierten. Was ist neu an der Serie? Die Läufer sind mit Laibchen gekennzeichnet, worauf auch die Startnummer aufgedruckt ist. Es gibt A und B Hindernisse, d. h. Hindernisse, die man schaffen muss (das sind die etwas leichteren), sonst muss man sein Laibchen abgeben und schwere Hindernisse, wofür es nur 1 Versuch gibt, denn wenn man den failt, muss man in die Penalty, wie z. B. Kettlebell hochhalten, Autoreifen schleppen, eine Minute Battlerope oder die beliebten Burpees. Einige Hindernisse, wie Carry a Viking, Vikingbattle und auch Hammerbanger wurden für die Wettkampfgruppe rausgenommen, doch es gab allerdings ein Überraschungshindernis dazu, den Flying Monkey, das schwingen zu einer weiter entfernten Stange, so dass eine Flugphase entsteht.

Weiterhin hatten die OCR Marshals Germany heute ihren ersten Einsatz und somit ihre Bewährungsprobe.

Die Strecke soll laut Rennleitung heute zwischen 21 und 22 km lang sein und mit sehr viel Morast und Wasser ausgestattet sein. Auf dem Übungsplatz sind viele Wege mit Steigungen und Senken, die voll Wasser gelaufen sind. Es hatte die letzten Tage nur gegossen. 3 Quads sind bei den Aufbauarbeiten abgesoffen.

Ich begebe mich in den Startblock und stehe vor der Startwand. Man hat eine Leiste als Steighilfe angebracht. Finde ich gut. Während wir uns so aufwärmen, kommt der erste Finisher der OCR Serie ins Ziel. Mit deutlich unter 2h eine unglaublich Zeit. Auch Chris Lemke als erster Deutscher mit Platz 5 und Christian Kirstges als 8. blieben unter 2h.

Nun sind wir dran, zunächst der Vikings-Eid und dann der Countdown. Start! Es geht flott über die Wand und dann auf die Piste zur ersten Kreuzung. Jens ruft mir noch zu, er ist heute Marshal. Als ich mich zu ihm drehe, ist keiner hinter mir. Bereits 50 m Vorsprung vor den Verfolgern, aber wie gesagt, kein Stress.

Die Dragon Ropes rauf und die Glocke geläutet, dann weiter und die Sekunden gezählt. Log Road, Baumstämme in ca. 1m Höhe, sind heute früh. Es hüpft sich noch leicht zu Beginn des Rennens. Nächstes Hindernis, Carry a Viking, aber keiner da weit und breit. Ich entschließe mich zu warten. Ich tippe mal, dass nach ca. 1 Minute die ersten kamen, von denen ich einen tragen konnte. Danke von hier aus nach Kassel. Und wieder los zum Viking Battle. Auch hier war wieder niemand zum battlen da. Nach kurzer Wartezeit sagt der Volunteer, dass er mich battlen wird. Da er deutlich schwerer, größer und äh, ach was soll‘s, er hat mich halt runtergehauen und ich durfte 10 Burpees machen.

Nun eine kleine Kreuzung und dann Raise the sail, an einem Seil musste man Kettlebells hochziehen. Ich dachte mir, weil man das so gewohnt war, easy going, aber dann… Alter, was sind denn das für Dinger, die waren ordentlich schwer und es war echt anstrengend die nach oben zu ziehen. Beim Torture Crawl stieß ich dann auf die letzten der Vorgruppe. Es waren allerdings noch keine 3 km gelaufen und die sind 20 Minuten vor mir los. Hab ich was verpasst? Irgendwie fiel mir nur der Titel „The walking Dead“ ein.

Nun folgt der Muddy Jungle. Aus Muddy wurde allerdings der Waterjungle, denn es hatte ja geregnet und es war nur Wasser woraus die Bäume wuchsen. Echt wie ein Amazonasgebiet. Die altbekannten Balancebars und den anschließenden Wikingerprüfungen Carry a Shield, Throw the Hammer und Hammerbanger sind die nächsten Hindernisse. Hammerbanger waren neue. Da konnte man mit dem Hammer draufhauen, wie man wollte, da tat sich kaum was. Einige hörten einfach auf, weil ihnen der Spaß an diesem Hindernis verloren ging, aber ich wollte alle Hindernisse machen, also schlage ich, und ich schlage und schlage. Boah! Bitte nachbessern, liebes Strong Viking Team!

Nach gefühlt einer Unendlichkeit geht es dann weiter. Monkeybars und dann Brother Hill, ein neues Hindernis in Deutschland. Das ist eine Schrägwand, die relativ steil ist, also bildeten einige eine menschliche Leiter. Man kann aber auch, so wie ich, Seile zur Hilfe nehmen.

Zum Abschluss der Lightning Strecke kommt die Matsch Area, startend mit der MudMile, den Muddy Hurdles und dem Langhus. Storm the Castle, die gefürchtete Rampe steht im Weg, also rauf und rüber. Die Ichbug Laufschuhe halten, was sie versprechen.

Die Läufer der kurzen Strecke dürfen nun ins Ziel, aber für mich geht es weiter. Nach der nächsten Kreuzung erwartet mich das Platinum Rig, einer meiner Lieblingshindernisse. Hier muss man hangeln. Seile, Ringe, Stangen, etc. also sehr abwechslungsreich und für viele ein „schaff-ich-nicht“. Meiner Meinung nach, darf man sich, wie bei vielen Hindernissen, nicht zu lange damit aufhalten, sondern möglichst zügig durch, denn die Kraft braucht man schon beim nächsten Hindernis wieder. Ein gespanntes Seil, das man als Brücke benutzen muss. Beim Log Drag hat man sich eine schöne gemeine Strecke ausgesucht, so muss man die Holzbalken über kleine Hügelchen und Matsch ziehen. Nun noch einen Sandsack schleppen und über drei verschiedene Wänd rüber und auch die Warriorstrecke ist beendet. Weiter geht es im Beastmode und auf zu Thor’s Lightning, das Stromhindernis beim Strong Viking. Nur nicht zittern.

Ein neues Hindernis ist Conan’s Wheel. Hm, wie beschreibt man das? Auf dem einen Ende einer Stange liegt Gewicht und das andere Ende ist der Drehpunkt. Nun muss man das Gewicht einmal im Kreis schleppen.

Erstmal wieder Mud bevor es zu Gunnar’s Rope geht. Man fasst beide Enden eines Seils und hangelt damit über einen Balken. Mein Tipp: Seil so weit wie möglich nach vorne und dann mit Schwung.

Nun wieder ein paar bekannte, den Weaver, das XXL Rope und die Strongwall. Und nun wieder was neues, den Dipwalk, wo man mit den Händen über einen Barren läuft.

Wieder Sandsack schleppen bei Thor’s Odysee. Leck mich am A…! Was ist das denn für eine Strecke. Hügel rauf und runter im Gänsemarsch und endlos lang. Einige haben ihren Sandsack einfach weggeworfen, was ich für ziemlich daneben finde. Man könnte abkürzen und wenigstens den Sandsack zurückbringen, denn es waren nicht mehr genug da.

Auch Gunnar’s Struggle wurde aufgepimpt. So hat man doch Stufen eingebaut, die das ganze Unterfangen erschweren. Nun noch über ein Holzgerüst durch eine Gotscha Area und man steht vor dem eigentlich finalen Hindernis Varjagen Sage, the Killer itself. Diese Hindernis wurde für die Normalos in 2 Teile geteilt und für die OCR Series mit dem Flying Monkey erweitert. Für uns kommen zunächst die Doppelschrägwand und dann vier Räder zum Hangeln. Teil 2 war das Pegboard mit anschließender Griffspirale. Hier hat es mich dann gerissen. Strafe und ab durch einen letzten Crawl ins Ziel zu den Walhalla Steps.

Im Ziel noch ein Finisherfoto, mein Finisher Shirt, bei dem man zwischen grau und schwarz wählen konnte, das Beastarmband und ein Dosenbier. Kann mich kaum daran erinnern, wann ich das letzte Mal Bier aus der Dose getrunken habe.

An der Varjagen Sage standen dann einige Bekannte, mit denen erstmal fachsimpeln muss. Auch Jan Reijs tauchte nochmal auf und quatschte kurz mit mir, sehr sympathischer Kerl.

Von der Zeit her, war ich sogar sehr gut unterwegs. Es geht also wieder aufwärts. Zuhause muss ein Pegboard her.

Strong Viking hatte sich ohnehin schon zu meinem Favoriten der Hindernisläufe kristallisiert und nun haben sie noch einen drauf gelegt. Tolle Hindernisse und meine Anregung mit den Penaltys statt „raus aus dem Ranking“ haben sie auch berücksichtigt.

Da ich nicht nur Lobhuddeln will, gibt auch ein kleines Minus bei der Zeitgeschichte. Gerade bei einem Format wie die OCR Serie, wo wirklich ein sehr starkes Teilnehmerfeld dabei war und es Qualifikationen für EM und WM, sowie Preisgelder gab, muss es eine Möglichkeit der Zeitnahme geben, wo die Teilnehmer direkt nach dem Rennen ihre Platzierung kennen, eventuell mit einem zweiten Zeitmess-Chip, der bei Fail eines Sperrhindernisses entfernt wird (Beispiel Spartacus Serie Belgien). Es kann nicht sein, dass erst drei Tage später die Ergebnisse online sind und dann auch noch mangelhaft.

Alles in allem bleibt Strong Viking mein Favorit und darum geht es in 2 Wochen auch schon zur Mud Edition Niederlande nach Wijchen bei Nimwegen. Ach ja, nach der kalten Dusche gab es noch einen Burger!

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