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Erfahrungsbericht: Heraklidenschlacht in Uelzen 2017

von Nadine, 19. August 2017

Erfahrungsbericht Heraklidenschlacht 2017

Hier kommt der Erfahrungsbericht zur Heraklidenschlacht in Uelzen. Ein noch recht kleiner Hindernislauf, mit etwa 400 Teilnehmern, der jedoch im Vergleich zu den großen Veranstaltern von Hindernisläufen ein überragendes Preis-/Leistungsverhältnis bietet.

Aufmerksam auf die Heraklidenschlacht sind wir durch einen lieben Freund geworden. Er hatte den Lauf entdeckt und fragte zunächst nach, ob schon jemand aus unserem Team von diesem Hindernislauf gehört hatte. Leider mussten wir alle diese Antwort verneinen. Auch unsere Recherchen auf youtube führten uns nicht weiter. Es gab so gut wie kein Video vom Lauf, nur eine winzig kleine Zusammenfassung von etwa einer Minute.

Wir googelten und googelten, aber konnten auch keine Bilder von anderen Läufern oder Erfahrungsberichte finden. Wir hatten große Zweifel, eine Fahrt von circa 500 km auf uns zu nehmen. Was ist, wenn der Lauf gar nicht stattfinden würde? Leider haben wir bereits zwei Mal mit „neuen“ Läufen richtiges Pech gehabt. Ein Run fand leider ohne Vorankündigung gar nicht statt und von dem Anderen möchte ich lieber erst gar nicht anfangen. Zudem gab es auch keinerlei Werbung, wie man es von anderen Veranstaltern auf Facebook gewohnt ist. Keinerlei Bilder vom Aufbau, keine Videos, gar nichts…..Also was machen wir? Bis zum Renntag war es nicht mehr allzu lang…doch die angegebenen 130 Hindernisse auf einer Strecke von 28 km lockten uns sehr (die 1.000er Grenze muss dieses Jahr noch geknackt werden 😉 Muddyface sei Dank)…Und somit erfolgte die Anmeldung.

Aufgrund der weiteren Entfernung entschlossen wir uns dazu, bereits freitags anzureisen. Und das taten wir zum Glück auch. Wir brauchten für die Strecke etwas über 7 Stunden und leider meinte es der Wettergott nicht gut mit uns. Es regnete in Strömen und auch die Wettervorhersage für Samstag sah nicht besser aus. Zu allem Übel hatten wir uns im Vorfeld dazu entschlossen, im Zelt zu übernachten…..(Was soll im August schon schief gehen? 😉 ).

Da es bei unserer Ankunft in Uelzen schon recht spät war und man bei diesem miesen Wetter auf dem Campingplatz nicht viel anfangen konnte, entschlossen wir uns kurzer Hand dazu, unsere Startunterlagen schon Freitag abzuholen. Wir machten uns also direkt auf den Weg. Leider war der Veranstaltungsort für uns schwerer zu finden, als gedacht. Wir orientierten uns an der Adresse, die bei Facebook auf der Veranstaltungsseite angegeben war (Bohldamm 38, 29525 Uelzen) und nicht nach der Adresse auf der offiziellen Internetseite.

Somit führte uns unser Navi in eine Straße, in der nur private Häuser standen. Wir stiegen aus und gingen ein paar Schritte zu Fuß weiter, doch von einer Heraklidenschlacht war weit und breit keine Spur zu sehen. Wir befanden uns nun in einer Sackgasse, die auf einem Privatgrundstück endete. Hier konnte es nicht sein. Wir kehrten um und lasen nochmal sorgfältig die Anfahrtsbeschreibung auf der Internetseite (Uelzen, Greyerstraße, Herzog-Ernst-Gymnasium). Daraufhin fuhren wir zur beschriebenen Schule. Aber auch diese Strecke kam uns sehr komisch vor. Es waren keinerlei Absperrungen oder Parkplatzschilder zu sehen. Auch hier gab es keinerlei Anzeichen für einen Hindernislauf. Keine Werbung, keine anderen Teilnehmer in Sicht, rein gar nichts. Bewahrheiteten sich nun etwa doch unsere Befürchtungen?

Doch dann sahen wir endlich ein Lebenszeichen… ein Banner war über der Eingangstüre der Schule gespannt. Wir stellten unser Auto ab und gingen in die Eingangshalle. Wir waren froh, nun endlich jemanden von der Veranstaltung vorgefunden zu haben. An der Startnummernausgabe verlief alles reibungslos. Wir wurden von netten Mitarbeitern empfangen und bekamen unsere Unterlagen in nur wenigen Minuten. Gleichzeitig mit uns war auch einer der Veranstalter (Holger Schmidt) an der Startnummernausgabe. Er machte gerade etwas „Werbung“ für die Spendenaktion für die krebskranken Kinder. Man konnte hier 5,00 EUR spenden und bekam dazu noch einen sogenannten „Obolus“ (Medaille). Es war eine Münze für den „Charon“ (Fährmann) für die Überfahrt des „Acheron“ (Totenfluss) damit man ins Reich des Herrschers der Unterwelt Hades gelangt. Super Sache und ein schöner Einstieg in das gesamte Race-Thema! Da machten wir natürlich sofort mit. Nach einem kurzen Gespräch mit Veranstalter, machten wir uns auf den Weg zu unserem Nachtlager.

Nach einer kalten, nassen Nacht, in der wir kein Auge zumachen konnten, ging es dann erneut zum Gymnasium. Jetzt waren auch weitere Läufer angekommen und wir trafen zwei weitere Phönixe, mit denen wir uns verabredet hatten. Wir gaben unsere Taschen an der Garderobe ab (dieser Service war kostenlos und dauerte nur eine Minute) und stellten uns für ein Startfoto neben zwei nett verkleideten Sparta-Kriegern auf. Zudem schwirrten überall griechische Göttinnen herum.

Kurze Zeit später ertönte auch schon die Stimme des Veranstalters vom Vortag. Dieser hatte sich inzwischen als griechischer Gott Hermes verkleidet. Er kletterte auf das Schuldach und sprach nun einige Worte. Er stellte sich vor und erklärte uns den Rennablauf. Hier wurde uns mitgeteilt, dass die Strecke etwas umgeplant wurde. Da es aufgrund der heftigen Regenfälle zu erheblichen Strömungen in einem Stadtgraben gekommen ist, der eigentlich durchquert werden sollte, entschloss man sich dazu, diesen aus Sicherheitsgründen auszulassen.Die Entscheidung fand ich super, denn Sicherheit geht immer vor! (Wahrscheinlich kam es so zu der verkürzten Strecke)

Im Anschluss machten wir uns alle gemeinsam auf den Weg zum Start-/Zielbereich. Angeführt wurde der Marsch natürlich von den Veranstaltern und deren „verkleideten Helfern“. Es vergingen einige Minuten bis wir den Marktplatz erreichten. Der Marsch verlief ähnlich wie beim Getting Tough The Race. Auch der Start-/Zielbereich war dem Walk of Fame nachempfunden. Hier wurde dann das Heraklidengebet vorgetragen und dann konnte es endlich losgehen.

Wir waren in der ersten Startgruppe dabei. Wir empfanden den Start etwas unglücklich, auch wenn es (aufgrund weniger Teilnehmer) funktioniert hat. Viele wussten nicht so recht, wo sie sich hinstellen sollten. Man wurde immer zu zweit durch einen kleinen Pavillon geleitet. Hier musste man kurz mit dem Armgelenk über die Zeitmatten streifen, damit man von der Zeitmessung auch richtig erfasst wurde. Somit starteten also immer nur zwei Läufer gleichzeitig. Die nächsten Teilnehmer folgten nach wenigen Sekunden. Direkt hinter dem Pavillon wartete bereits das erste Hindernis. Es gab mehrere Badewannen voller Wasser, über die ein Holzbalken lag. Hier musste man unter dem Balken durch und wurde bereits das erste Mal nass. Leider gab es im unmittelbaren Anschluss erhebliche Probleme bei der Streckenführung. Wir wurden von den Volunteers nach rechts weggeleitet, was mir zunächst sehr komisch vorkam, denn die Gruppen vor uns sollten nach links laufen und befanden sich bereits auf einigen „Walk of Fame“ – Hindernissen. Wir jedoch kamen nur an einem Grillstand vorbei und dann ging es auch schon das erste Mal in einen kleinen Bach. Später stellte sich jedoch heraus, dass die Gruppen vor uns falsch geleitet wurden, denn die Hindernisse sollten erst alle im Zieleinlauf absolviert werden. Schade, das hätte an dieser Stelle etwas besser gelöst werden müssen. Vielleicht hätte man die Hindernisse noch mit einem Absperrband versehen sollen. Ambitionierte Läufer haben hier wertvolle Zeit verloren.

Für August war das Wasser sehr kalt 🙂 Die erste Zeit ging es immer wieder durch den Stadtbach und durch längere Unterführungen durch. Wir durchquerten einen etwas breiten Fluss, bei dem die Strömung in der Mitte schon sehr heftig war. Zum Glück konnte man hier überall stehen. Die Entscheidung des Veranstalters, gefährlichere Abschnitte wegzulassen, war also goldrichtig. Nach einiger Laufzeit kamen wir zum ersten Battlefield, auf dem mehrere Hindernisse hintereinander aufgestellt waren.

Es musste hier eine Vielzahl von großen Holzhindernissen und Reifen überwunden werden. Mal drüber, mal drunter, mal mittendurch. Eins meiner absoluten Lieblingshindernisse war das Trojanische Pferd. Es war ein riesiges Kombi-Holzhindernis in Form eines Pferdes, das überwunden werden musste.

Als Erstes musste man über eine Art Wippe auf ein Netz springen und daran hochklettern. Hier war Teamwork gefragt, denn sobald man das eine Ende der Wippe erreicht hat, kippte diese nach unten und kleine Leute (so wie ich) hatten Schwierigkeiten, das Netz zu erreichen. Also blieb der Teampartner so lange am anderen Ende stehen, bis man sich an dem Netz hochgezogen hatte. Oben angekommen, musste man wieder herunterklettern, nur um anschließend an einem Seil wieder das Hindernis nach oben zu erklimmen. Von dort aus musste man sich dann bis an das „Hinterteil“ des Pferdes hangeln…und das alles in ca. 3m Höhe. Eine absolut geniale Idee! Mega! Der weiche Erdboden war mit genügend Stroh ausgelegt um größere Verletzungen, bei einem Sturz, zu kompensieren. So etwas habe ich in dieser Art und Weise noch nirgendwo anders gesehen.

Nachteil an diesem Battlefield waren leider die zusammengebundenen Trekker-Reifen, die leider nicht genügend befestigt und sehr beweglich waren…Auf dem Rückweg, war die Befestigung so locker, dass man diese nicht mehr, so wie gedacht, überwinden konnte.

Es ging weiter zu einem Reifentragehindernis. Anschließend folgten auf der Strecke sehr viele Kriechhindernisse durch Schlamm und kleine „Moore“. Wir mussten auch oft durch Tunnel mit kleinen Bächen kriechen. Man fühlte sich richtig wie eine Ratte in der Kanalisation 😀

Auf der gesamten Strecke traf man immer wieder auf übereinandergestapelte Kartoffelkisten, die bereits im ersten Battlefield vorhanden waren.

Der Großteil der 28 km Runde führte durch den Wald. Es gab schöne abwechslungsreiche Hindernisse: Baumstammtragen, Strohballen überwinden, Hangelringe, Hangelseile an einerBrücke, Sandsacktragen und und und. Insgesamt gab es zudem viele natürliche Wasserhindernisse. Besonders spaßig fand ich auch eine Slackline, über die man im Fluss „balancieren“ musste.

Die Strecke war „okay“ ausgeschildert (alle paar Hundert Meter ein Flatterband) und man traf immer wieder auf nette und hilfsbereite Volunteers. Einzig und allein der Bereich, in dem man den Sandsack tragen musste, hätte etwas besser abtrassiert sein können. Auf halber Strecke fragten wir uns, ob wir überhaupt noch richtig waren. Wir konnten nur noch blaue Markierungen entdecken (für die 28 km Runde sollte man aber den roten Markierungen folgen). Nach einer gefühlten Ewigkeit stießen wir dann aber wieder auf Volunteers, die uns erklärten, dass wir richtig waren und dass die blauen Markierungen nichts mit dem Lauf zu tun hatten. Es waren wohl lediglich Markierungen für Holzfäller. Außerdem hätte ich mir an dem grünen Teich, der durchquert werden musste, einen Volunteer gewünscht. Wenn man hier ganz alleine unterwegs war und Hilfe benötigt hätte, wäre weit und breitniemand da gewesen. Im Umkehrschluss standen wiederrum Helfer an Abzweigungen, an denen ein Absperrband genügt hätte. Diese hätte man z.B. an dem Teich einsetzen können.

Die Strecke führte auch über Teile eines Trimm-Dich-Pfades und so wurden auch einige Hindernisse von diesem mit einbezogen. Eine nette Überraschung. Direkt im Anschluss wurden wir dann noch einmal über das Battlefield geleitet. Nun ging auf die Zielgerade, zurück durch die am Anfang durchquerten Bäche und Flüsse Richtung Marktplatz und auf den „Walk of Fame“, der bereits zu Beginn des Laufes fälschlicherweise von einigen Teilnehmern absolviert wurde. Auch hier reihten sich mehrere Hindernisse direkt aneinander. Es gab beispielsweise LKW`s und Container, Betonröhren, Anhänger und ein weiteres Hangel-Komi-Hindernis.

Zu guter Letzt musste man noch einmal durch die Badewannen vom Anfang, in denen jedoch kein Wasser mehr war. Im Pavillon-Zelt musste man zum Schluss wieder über die Zeitmessungsmatten streichen. Nette Volunteers nahmen direkt die Zeitchips entgegen. Und nun bekam man seine wohlverdiente Medaille überreicht. Diese ist wirklich einzigartig und passend zum Thema. Der Veranstalter zeigt hier sehr viel Liebe zum Detail. Ein ganz ganz großes Lob hierfür!

Anschließend bekamen wir noch etwas zu trinken, schossen ein Finisher-Foto, welches gratis zur Verfügung gestellt wird und gingen, doch etwas durchgefroren (es waren 12 Grad), durch den strömenden Regen zurück zur Schule. Wir holten unsere Taschen, gingen unter die Dusche und zogen uns um. Alles verlief reibungslos. Im Anschluss daran konnte man noch auf die After-Race-Party (örtliches Festival, welches für die Teilnehmer kostenlos war). Aufgrund der weiten Entfernung, machten wir uns allerdings direkt auf den Heimweg.

Fazit Heraklidenschlacht 2017

Ich muss sagen, dass mir der Lauf sehr gut gefallen hat. Die Hindernisse waren super. Wir hatten an keinem Hindernis Wartezeiten. Ein ganz großes Lob geht auch an alle freiwilligen Helfer, die trotz des miesen Wetters den ganzen Tag durchgehalten, immer nett, freundlich und hilfsbereit waren. Ganz große Klasse! In den Startunterlagen waren eine Vielzahl von Gutscheinen und ein Rabattcoupon für die Heraklidenschlacht 2018 zu finden. Verpflegungsstationen mit Getränken und Obst waren zwar genug vorhanden, allerdings waren an zwei Verpflegungsstationen kein Obst und keine Trinkbecher mehr da, so dass man mit allen Teilnehmern aus einer Flasche trinken musste. Kleinere Mängel/Schäden tauchten an manchen Hindernissen auf (Befestigung der Reifen, Tarnnetze bei Kriechhindernissen hingen durch, da ungenügend befestigt), waren aber nicht weiter schlimm. Auch das Ausschildern des Anfahrtsweges zum Eventgelände oder die Streckenführung im Startbereich bedarf einer kleinen Verbesserung. Es war – im Vergleich zu den bekannten großen Events – ein kleiner Run mit 400 Teilnehmern verteilt auf alle drei Streckenlängen, der von nur 5 (!) Veranstaltern super organisiert wurde. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist überragend. 😀

Wir kommen ganz bestimmt im nächsten Jahr wieder!

PS: Ihr möchtet euren Erfahrungsbericht zu einem Hindernislauf auch auf Trophy Runners veröffentlichen? Dann meldet euch einfach unter folgender E-Mail Adresse bei uns: info@trophyrunners.de.

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