Erfahrungsbericht Strong Viking Brothers Edition in Spaarnwoude bei Amsterdam

von Lars am 28.11.2016

Erfahrungsbericht Strong Viking Brothers Edition in Spaarnwoude bei Amsterdam

Bildquelle: Volker Pellen

Eide und Schwüre bezeichnen einen Varjagen (Waräger). Wem einmal Beast-Mode beim Strong Viking nicht ausreicht, der läuft ihn gleich viermal in einem Jahr und wird somit zum Varjagen. Diese skandinavischen Händler (eher bewaffnete Männerbünde) wurden bekannt durch die unglaublichen Strecken, die sie zurücklegten, um ihren „Handel“ zu treiben. Auch ich habe mich auf diese Reise begeben, wie ihr hier erfahren könnt.

Autor: Volker Pellen
Nach meinen Strong Viking Beast Läufen in der ODIN Gruppe (einzige Wettkampfgruppe beim Strong Viking) in Wächtersbach und Spaarnwoude (beides Hills Edition) und Nimwegen (Water Edition) fehlte mir nur noch ein 4. Race über die Beaststrecke (+19 km). Hierzu wählte ich Spaarnwoude bei Amsterdam aus. Die Hills Edition im Mai hatte mir schon sehr gut gefallen. Außerdem war hier noch eine Rechnung offen, denn hier konnte ich mein Qualifikationsband (EM und WM) nicht ins Ziel bringen.

Da wir in diesem Jahr in den Herbstferien nicht in den Urlaub gefahren sind, haben wir uns wenigstens ein verlängertes Wochenende in Holland gegönnt. Droomland Spaarnwoude ist sehr schön und wir haben uns im Bungalow im Ferienpark sehr wohl gefühlt. Außerdem ist es nur 15 Autominuten zum Strong Viking Start. Also die Familie am Freitag ins Auto und los Richtung Nordsee. Entspannt kommen wir am Nachmittag an, was bedeutet relaxed am Samstagmorgen zum Strong Viking.

Wir kommen sehr früh an und können uns somit die lange Autoschlange vor dem Parkplatz ersparen. Als wir wieder zurück gefahren sind, war sie übrigens da.

Es soll ein neues Anmeldesystem geben, aber zunächst standen wir in einer riesigen Schlange. Ich hörte schon den Spott einzelner Läufer über das neue System. Doch dann ging alles ganz schnell. Scannen und Startpack rausgeben – fertig. Na, das ging wirklich schnell. Die Tische waren halt noch nicht alle besetzt.

Es hatte die ganze Nacht wie aus Eimern gegossen. Die Strecke war also tief und die Hindernisse nass und rutschig. Ich habe mein Qualiband schon beim Start schwinden sehen.

Egal, rein in die ODIN Startbox zum gemeinsamen Warm up. Zunächst gab es aber Instruktionen. Im Gegensatz zum letzten Mal wird Throw the Hammer wieder durchgeführt und wer nicht trifft muss Burpees machen. Im gleichen Modus soll man auch irgendwo mit einer Gotcha-Pistole auf ein Ziel schießen. Viking Battle und Carry a Viking fallen im Wettkampfmodus aus.

Auch hier ist die Startlinie eine Wand und direkt dahinter beginnt die Zeitmessung.

Meistens ist das erste Hindernis bei Strong Viking Dragon Ropes. So auch hier, Seile raufklettern und die Glocke anschlagen. Es folgt die Matsche Serie von Gräben, Kriechen und die Pyramide, die früher Langhus hieß. Ich weiß nicht, wo die von Strong Viking immer diesen Morast herbekommen, aber man steckt echt bis zur Hüfte drin. Ich bin der festen Überzeugung, dass hier am Ende des Wochenendes eine ganze Menge Laufschuhe auf der Strecke geblieben sind.

Mit Schild und Hammer geht es einmal den Berg rauf und wieder runter, gefolgt von einem Balancebalken und dem Schleppen von Holzbalken. Wie bereits erwähnt, war Throw the Hammer dieses Mal dabei, heute brauchte ich einen Wurf zum Zielen und einen zum Treffen. An Carry a Viking, aber auch an Thor’s Lightning wurden wir vorbei geleitet. Hammerbanger ist wie immer ein Riesenspaß. Und nach dem Raufkrabbeln eines Hügels kam der Brothers Hill, eine hohe Schrägwand. Auf der Hälfte hingen einige Seile zur Hilfe. Ich wollte gerade Gas geben, als mir die Marshalls zuriefen: Langsam, langsam, sehr glatt. Und so war es auch. Mit Mühe und Not ging es hier rüber. An dieser Stelle haben die ersten ihr Qualiband verloren.

Weiter ging es zu den Monkeybars. Eigentlich gehört das mittlerweile zu meinen Lieblingshindernissen, weil es einfach gut klappt. Sonst sind hier Metallstangen und ich war ganz froh, dass sie wegen der Griffigkeit heute aus Holz waren. Aber was soll ich sagen, die Sprossen waren so sch.. glatt, aber auch hier hab ich es geschafft, auch wenn danach meine Unterarme knüppelhart waren.

Naja, rüber über die Holzbalkenkreuzung und rauf den riesigen Steinhaufen. Am anderen Ende wartet der nächste Angstgegner – Strom the castle. Diese Rampe ist trocken schon nicht jedermanns Sache und jetzt, wo es nass ist,…!?

Heute: Rauf und rüber – Bähm! Wäre ich nun die Lightning Strecke (+6km) gelaufen, wäre ich nun im Ziel, aber wir sind ja auf Beastmodus, also weiter zum Wenden der Traktorreifen und dem Weaver. Hier haben viele Probleme, über und unter die Balken herzuhangeln, ohne den Boden zu berühren. Leicht fällt mir das Hindernis nicht, aber als Problem würde ich es auch nicht gerade bezeichnen. Mein Band ist immer noch am Oberarm.

Nun wird man auch mal nass. Zunächst bei der Riesenrutsche Fjord drop und anschließend im Water Cage.

Over and under ist eine sogenannte Burpee Lane, wo es abwechselnd über und unter Barrikaden geht. Dieses Hindernis ist gleichzeitig die Einleitung zur Kraftstrecke. Klettern über die Two Bars und dannach über die endlose Log Road. Balken soweit das Auge reicht. Anker lichten und Sandsack schleppen, um auch mal in das Seefahrer Händler Feeling zu kommen.

Hinter den 3 Walls ging es in die Skihalle zum Abkühlen, also durch den Eistunnel und die eisglatte Schrägwand überklettern. Rauf war nicht das Problem, aber oben drauf bin ich abgerutscht und hätte mich beinahe so richtig lang gemacht. Schwein gehabt.

Draußen war es gefühlt plötzlich richtig schön warm. Hier haben sich wohl die ein oder anderen verlaufen, kein Ahnung warum.

Für die Läufer der Warriorstrecke (+13km) ging es nun zum Platinum Rig, dem Finale der Warriors, aber Beast musste auf der anderen Seite weiter, ohne Rig, Schade eigentlich, ist ein cooles Hangelhindernis.

Auf zum finalen Streckenabschnitt, zunächst zu Thor’s Odysee (Schleppen) und Gunnars Struggle, der waagerechten Salmons Leiter. Die sehr hohe Strong Wall hat zur Hilfe der Überwindung lediglich zwei schmale Grifflöcher in mind. 2,20 m Höhe.

Eigentlich ist das Seilklettern am XXL Rope kein schwieriges Hindernis für mich, aber die verdammten Dinger waren sowas von rutschig. Ich habe schon mein Band schwinden sehen. Unglaublich, nicht hier. Ich habe vier verschiedene Seile ausprobiert und beim vierten habe ich dann den Kletterversuch gestartet – mit Erfolg. Zum Dank gab es einen Krampf im rechten Unterarm, hatte ich bisher auch noch nicht.

Nochmal über die Geröllfelsen den Berg hinauf und zügig zum Killerhindernis Varjagen Saga.

Hierbei handelt es sich um ein Kombihindernis, 2 x Schrägwand, check, Monkeybars mit Längsstangen, check, 2 Wheels zum Hangeln, check. Endlich mal wieder die Füße abstellen, bevor es mit Hangeln an der nächsten Monkeybar weitergeht. Hier benutzt man nun 2 Ringe um sich vorwärts zu hangeln. Nur noch das Pegboard, noch ein kleine Stück, verdammt ich krieg den Drecksstab nicht mehr in das Loch und plumps. Fluchen und zurück. Beim 2. Versuch kam ich dann durch mit meinem Bändchen. Heute gab es sogar einen Marshall bei den Walhalla Steps. Egal hoch die Dinger und durch das Ziel als Finisher, zum 4. Mal Beast.

Im Zielbereich wurden noch Finisherfotos gemacht. Leider wurde genau die halbe Stunde nicht veröffentlicht, in der ich durch das Ziel gegangen bin. Finisherfotos über ein ganzes Wochenende im Halbstundentakt. Und welche fehlt? Genau, meine!

Weiterhin gab es mein 4. Beast Armband und das Finishershirt, sowie eine Dose Bier. Im Merchandise Zelt konnte ich mir dann durch vorweisen der 4 Beastarmbänder, mein Varjagenband abholen und die wohlverdiente Medaille, welche gleichzeitig ein Flaschenöffner ist. Meine Finisher-Bierdose habe ich nicht damit aufbekommen.

Einige größer gewachsene Mitstreiter haben sich darüber ausgelassen, dass viele Hangelhindernisse heute sehr niedrig waren. Da gebe ich ihnen Recht, man wollte wohl erreichen, dass auch die kleineren Läufer besser an die Hindernisse rankommen. Eine einfache Steighilfe am Anfang des Hindernisses hätte es aber auch getan.

Die Ergebnisse lassen leider beim Strong Viking immer ein bisschen auf sich warten. So auch dieses Mal. Da ich ein Free-Ticket hatte, wurde mein Alter vergessen und somit bin ich auch nicht in die Alterswertung gekommen. Durch intensives Nachhaken konnte ich ermitteln, dass ich der einzige in meiner Altersklasse von 45-49, der das Qualiband behalten hatte.

Ich bat darum, das Alter nachzutragen, aber man hat mit erklärt, dass es angeblich im Nachhinein nicht geht. Das ärgert mich natürlich sehr. Ich wäre für die EM und WM qualifiziert gewesen, aber aus Bequemlichkeit geht es nicht. Vom Mud Masters 24h Hindernislauf wisst ihr, dass ich sehr penetrant sein kann, um mein Recht durchzusetzen. Bin mal gespannt, wie es sich noch entwickelt.

Es ist schade, dass ich von Jan Reijs (Macher des Strong Viking) zwar mittlerweile regelmäßig per High 5 an den Mud Trenches begrüßt werde, aber auf E-Mails bekomme ich keine Rückmeldung.

Zurück zu unserem Bungalow und am nächsten Tag noch Sightseeing in Amsterdam mit Grachtenfahrt und Wachsfigurenkabinett. Zufällig fand hier an diesem Tag auch der Amsterdamer Marathon statt.

Aktuell ist für dieses Jahr Ende, aber wer weiß das schon. OCR ist immer für eine Überraschung gut. Im kommenden Jahr werde ich mal den Iron Viking wagen, das ist ein Strong Viking Run über Marathonstrecke.

PS: Ihr möchtet euren Erfahrungsbericht zu einem Hindernislauf auch auf Trophy Runners veröffentlichen? Dann meldet euch einfach unter folgender E-Mail bei uns: info@trophyrunners.de.

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