Testbericht Laufschuh: Reebok All Terrain 3.0

von Lars am 16.08.2017

Testbericht Laufschuh: Reebok All Terrain 3.0

Bildquelle: Trophy Runners

In diesem Test werden nicht unterschiedliche Laufschuhe verglichen, die sich als OCR Schuh anpreisen, nein, es geht ausschließlich um meine persönlichen Erfahrungen mit dem All Terrain Super 3.0 von Reebok, den ich im Mai 2017 für einen Trophy Runners Laufschuh Test bekommen habe.

Reebok All Terrain 3.0: Alle Fakten auf einen Blick

Hersteller: Reebok
Modell: All Terrain 3.0
Gewicht: 250g
Herrengröße: EU 44
Testläufe: Fishermans Friend Strongman Run und Strong Viking

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Reebok All Terrain 3.0

Der All Terrain Super 3.0 von Reebok lacht mich mit flotten Farben an, staubgrau und orange. Er sieht wirklich super aus. Man erkennt direkt, dass an der Front gearbeitet wurde, das heißt man hat versucht, durch eine Verlängerung der festen Zehenumrandung, die oft verteufelte Knickfalte zu vermeiden. Weiterhin gibt es eine Zwischensohle zur Dämpfung und ein Drainage System, die das Wasser ablaufen lässt.

Der Schuh ist am Knöchel niedrig geschnitten. Die Sohle hat im Ballen- und Fersenbereich dicke Stollen und in der Mitte feine Nocken, um das Seilklettern oder ähnliches zu erleichtern.

Das Gewicht liegt in etwa bei 250g trocken und der Schuh ist somit ein sehr leichter Schuh, was wohl hauptsächlich am  Mesh-Obermaterial und dem tiefen Schnitt liegt.

Auf der Seite prangert das fette Reebok Delta.

Probegehen mit dem Reebok All Terrain 3.0

Ich schlüpfe mal rein und schaue, was passiert. Der Schuh ist angenehm ohne Druckstellen. Zudem fühlt er sich sehr leicht an. Nach den ersten Schritten auf Fließen merke ich, dass die Dämpfung der Zwischensohle nicht wirklich dämpft. Das gehen ist hart, was also meiner Meinung nach bedeutet, dass es ein Schuh für erfahrene Trail oder OCR Läufer ist. Harter, leichter Schuh mit Knöchelfreiheit ist nichts für Anfänger im Gelände. Da knickt man sehr schnell um, wenn man nicht die nötige Lauferfahrung im Trail hat.

Vom Gefühl her würde ich sagen, dass das ein Normal- bis Breitfuss-Schuh ist.

Die Schnürung ist zunächst gewöhnungsbedürftig, denn die Schnürsenkel gleiten nicht gut durch die Löcher, was aber im Nachhinein für mehr Festigkeit sorgte. Auch die Struktur der Senkel macht mich bedenklich, denn es fühlt sich so an, dass sie sich nach dem Schnüren direkt wieder lösen werden, aber auch da wurde ich eines Besseren belehrt. Bis jetzt ein top Laufschuh. Mal sehen, was er im Einsatz kann.

Hierzu habe ich mir den Strongman Run am Nürburgring und den Family Run von Strong Viking in Amsterdam ausgesucht.

Reebok All Terrain 3.0 beim Fishermans Friend StrongmanRun im Einsatz

Auf geht es und Schuhe testen. Der Strongmanrun ist ein Lauf, der sehr viel Asphaltstrecke verbucht. Es ist aber auch Waldweg, Wiese und Schotter vorhanden, also eine gute Mischung für einen Schuhtest.

Nach dem Start komme ich gut aus dem Schuh und kann mich gut abdrücken. Der Schuh läuft mit mir, alles im grünen Bereich. Der erste Teil der Strecke ist ohnehin trockener Asphalt und hierfür würde ich mir vielleicht unter anderen Umständen nicht unbedingt einen Trailschuh aussuchen. Durch das harte Laufverhalten würde der ein oder andere wahrscheinlich noch einen ordentlichen Muskelkater bekommen, wenn man das nicht gewohnt ist.

Nun laufen wir über eine Wiese und durch die ersten Gräben. Auch hier läuft alles super. Kein Rutschen weder im Schuh noch mit dem Schuh.

Am 5. Hindernis wird der Schuh dann auch mal etwas nass, aber auch nur weil hier beim Kriechen zusätzlich mit Wasser gespritzt wurde. Noch keine Belastung für den Schuh.

Es geht auf das Waldstück zu, eine asphaltierte Strecke, die eine ordentliche Steigung aufweist. Der Asphalt ist nass.

Ich kann es kaum glauben, aber der Laufschuh entwickelt sich gerade zur Katastrophe. War er doch scheinbar perfekt, so kommt nun das große und nicht unerhebliche Minus. Auf nassem Asphalt hat man Holliday on Ice. Ich habe wirklich das Gefühl, als laufe oder besser rutsche ich auf der Stelle, so dass ich mich später sogar dazu entschlossen hatte zu gehen, weil ich befürchten musste, mich langzulegen.

Nach einer gefühlten Unendlichkeit bin ich dann oben angekommen und freue mich, dass es nun wieder bergab und trocken weitergehen kann. Hier setzt der Schuh bei alten Stärken wieder an. Gräbt sich in den Boden und ich kann wieder volle Fahrt aufnehmen. Das letzte Stück hatte aber leider wirklich sehr viel Zeit und auch Kraft gekostet.

Nun geht es mit dem Schuh aber auch mal richtig ins Wasser und die Wasserhindernisse häufen sich. Das war wiederum kein Problem. Das Wasser das rein ging, kam durch das Drainagesystem genauso wieder raus. Das Gewebe nahm kein Wasser auf und das Gewicht wurde nicht merklich größer.

Das ganze lief ich dann 2 Runden über ca. 24 km.

Der erste Einsatz ist überstanden und mein Schuhpaar wird gereinigt. Danach sehen sie wieder aus, wie neu, also pflegeleicht.

Reebok All Terrain 3.0 beim Strong Viking Familyrun im Einsatz

Im Gegensatz zum Strongman Run ist der Familyrun von Strong Viking nur 5 km lang, aber dafür kaum Asphalt, sondern fast nur Gelände. Heute ist es sehr heiß, was bedeutet, dass wir kaum mit feuchtem Untergrund rechnen dürfen.

Und auf geht es und direkt über Wiese. Wie bereits gewohnt, ist der „Geländegänger“ hier voll in seinem Element. Hier kommt direkt ein neuer Untergrund hinzu. Felsenklettern steht auf dem Programm. Durch die kleinen Nocken auf der Fußspitze gibt es auch hier keine Probleme. Auch beim Seilklettern lassen einem die zuvor erwähnten Steighilfen nicht im Stich.

Trotz der groben Stollen kann man sehr gut über Holzbalken balancieren. Matsch ist leider Fehlanzeige am heutigen Tag.

Ein von vielen gefürchtetes Hindernis ist Storm the Castle, eine Rampe bzw. Quaterpipe. Auch dieses Hindernis ist für den All Terrain Super 3.0 von Reebok durchaus gut zu bewältigen.

Der Schuh hält den unterschiedlichsten Untergründen stand. Kurz hinter dem Zieleinlauf ist jedoch eine kleine Pfütze, durch die ich laufe. Somit wurde der Schuh nass. Als ich anschließend über die großen auf dem Boden liegenden Metallplatten gehe, rutsche ich voll aus und lege mich auf den Appel.

Fazit: Reebok All Terrain 3.0

Der All Terrain 3.0 ist leicht und passt sich dem Fuß an. Aufgrund seiner speziellen Zungentechnologie (es gibt keine), sollte er eingelaufen werden, damit er sich anpasst. Es gab keine Druckstellen oder Blasen an den Füßen.

Die Nocken graben sich in jedes Gelände und somit ist der Schuh ein echter Geländetruck.

Solange es trocken ist, macht er auch auf glattem Untergrund (Asphalt, Metall, Vinyl) keine Probleme. Sein Schwachpunkt ist dort der Gripp bei Nässe.

Da der Schuh von Reebok entwickelt wurde, gehe ich davon aus, dass er speziell für die Spartan Race Serie konzipiert wurde. Da es dort auch mal nassen Asphalt oder ähnliches gibt, bitte ich mit dem All Terrain Super 4.0 um Nachbesserung, denn sonst darf er den Namen eigentlich nicht tragen.

Wenn ihr euch also Vorzugsweise bei Wind und Wetter in Trails bewegt, macht ihr mit dem Reebok All Terrain 3.0 stets einen guten Griff. Problematisch wird es nur, wenn nasser Asphalt ins Spiel kommt. Fairerweise muss man natürlich sagen, dass der Laufschuh nicht für die Straße entwickelt wurde. Dennoch kann es hierzulande bei Hindernisläufen auch mal Vorkommen, dass die Streckenführung zum Teil über Asphalt führt.

Schlusswort:
Top Laufschuh für Hindernisläufe und Trail Runs aber leider mit mangelhaften Gripp auf nassem Asphalt oder Metall. Hier gelangt ihr zu unserer Top 10 der Laufschuhe für Hindernisläufe.

Ich bedanke mich bei Reebok, die mir freundlicherweise den All Terrain 3.0 für Testzwecke zukommen lassen haben.

Autor: Volker Pellen

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