Testbericht Laufschuh: VIBRAM FiveFingers Spyridon MR

von Lars am 22.11.2017

Testbericht Laufschuh: VIBRAM FiveFingers Spyridon MR

Bildquelle: Trophy Runners

Immer mehr Sportler treten, ob im Training, bei Hindernisläufen oder bei Wettkämpfen mit den innovativen Zehenschuhen von VIBRAM an. Ein Grund, der uns dazu bewegt hat, auch diese Form von Laufschuh in einem Test genauer unter die Lupe zu nehmen. Im folgenden Testbericht erfahrt ihr alles über den VIBRAM FiveFingers Spyridon MR.

Autor: David Wilhelm
Erstmalig stießen wir auf diese Art von Laufschuh, als im Freundeskreis jemand damit beim Touch Guy Race 2013 antrat. Der Lauf war bei eisigen Temperaturen ein Unding für sich, aber dann noch mit einem VIBRAM FIVEFINGERS an den Start zu gehen, schien uns obendrein eine sehr bescheidene Idee.

Jahre später haben wir nun die Möglichkeit gehabt, einen FiveFingers selber einmal auf Herz und Nieren zu testen. Das Objekt der Begierde ist nicht nur mit separatem Platz für fünf Zehen, sondern auch mit einer Profil-Design-Sohle für Trailruns ausgestattet.

Wie der Test vom FiveFingers Spyridon MR ausgegangen ist, könnt ihr jetzt hier nachlesen.

Testbericht VIBRAM FiveFingers Spyridon MR: Alle Fakten auf einen Blick

Hersteller: VIBRAM FIVEFINGERS
Modell: SPYRIDON MR
Laufschuhtyp: neutral
Farbe: Military Green Black
Gewicht: 210 g ( Größe 43 )
Testkilometer: ca. 700 km
Spartan Super Race: ca. 14 km

Kaufen könnt ihr den Laufschuh direkt auf Amazon zu einem aktuellen Preis von ca. 135 €.

VIBRAM FiveFingers Spyridon MR: Das Design

Ausgefallen. Glaubte man bisher, dass ein Laufschuh alle Zehen wohl behütet bündeln muss, ist man durch die VIBRAM FIVEFINGERS um eine Erfahrung reicher. Was bei uns einmal gefühlt auf Berlins Straßen im Prenzlauer Berg begann, zog sich immer mehr durch alle anderen Bezirke. Irgendwas musste also an diesen ganz speziellen Tretern dran sein. Fans liebten sowohl das revolutionierte Laufgefühl, als auch die Alltagstauglichkeit.

Der von uns geprüfte Laufschuh besitzt einen Schnellverschluß, atmungsaktives Obermaterial und die typische Kautschuksohle, die dem Läufer absolutem Grip im Terrain ermöglichen soll.

Die Farben passen sich optimal der Natur an, womit wir es kaum erwarten konnten, den Spyridon MR im Training sowie im Race auf den Prüfstand zu stellen.

VIBRAM FiveFingers Spyridon MR: Die Passform

Da jeder Fuss auch seine Besonderheiten mit sich bringt, waren wir gespannt, wie gut sich der Schuh anziehen lassen würde. Durch die Schnellbindung der Schnürsenkel ist es kinderleicht in den Schuh hineinzukommen. Drinnen angekommen war es anfangs etwas tricky die einzelnen Zehen in die dafür vorgesehen Stellen zu bekommen. Gerade der kleine Zeh fand am Anfang nicht so recht an seinen Platz. Ist man aber erst einmal angekommen und zieht den Schnürsenkel fest, stellt sich ein ungewohnt angenehmes Laufgefühl dar. Die Wölbung der Sohle ist absolut der Passform des Fusses nachempfunden. Wie kann man es also anders beschreiben, als dass man sprichwörtlich den Boden unten seinen Füßen spürt. Da der Fuss nun sehr sensibel am Material anliegt, wäre es ein leichtes gewesen mögliche Nähte oder Druckstellen auszumachen. Wir konnten jedoch keine entdecken. Top!

Neben dem Schuh haben wir passend die Laufsocken der Marke Injinji unter die Lupe genommen. Das Modell hier war die „Zehensocke Injinji Run No-Show“.

Nachdem der Schuh als Erstes barfuss getestet wurde, begann der zweite Versuch mit der Zehensocke. Und siehe da, die Passform hat sich beim Finden der einzelnen Zehenkammern wesentlich verbessert. Wer es also nicht Haut auf Schuh mag, der sollte definitiv zur Zehensocke greifen. Gerade bei kühlen Tagen bietet sie ein wesentlich angenehmeres Gefühl. Ein Paar Socken schlägt mit einem Preis von ca. 23 € zu Buche. In unseren Augen eine gut investierte Ausgabe, da auch die Qualität und Verarbeitung stimmt. Und warum auch nicht die Zehensocke einfach so im Alltag gebrauchen?

VIBRAM FiveFingers Spyridon MR: Material / Verarbeitung / Funktionalität

Da Laufschuhe nun einmal dem ambitionierten Läufer ein langes Leben ermöglichen sollen, soll der Schuh selbst auch möglichst langlebig sein. Der Preis von 135 € scheint dabei absolut angemessen zu sein.

Der VIBRAM FIVEFINGERS SPYRIDON MR kommt mit einem robusten Obermaterial daher, was sich nahezu nahtlos an die Kautschuksohle anschließt.

An der Verarbeitung des Schuhs gibt es nach dem ersten Tragen und der optischen Prüfung nichts zu Meckern. Das Schnellverschlusssystem hält was es halten soll. Das Obermaterial ist atmungsaktiv. Der Bewegungsradius wird in keinerlei Sicht eingeschränkt, sondern eher zum gängigen Laufschuh unseres Erachtens nach erweitert.

Viel darüber geredet was der SPYRIDON so mit sich bringt… was aber eigentlich nicht? Ein Punkt ist ganz klar die Dämpfung. Wer einmal Asphalt, Waldstrecken, Wiesen oder Schott richtig spüren möchte, der wird mit diesem Schuh eine ordentliche Abreibung erhalten. Wie zu erwarten war, merkt man an den Füßen den unterschiedlichen Untergrund gerade bei den ersten Läufen sehr. Was jetzt etwas negativ klingt, soll aber kein negativer Aspekt sein. Denn derjenige der sich für diese Besonderheit entscheidet, weiß warum. Wir hatten jedenfalls Gefallen an der neuerlichen Art des Laufens gefunden.

Ungewohnt ist die Richtige Beschreibung, weil man größere wie kleinere Steine, Kienäpfel, Rasen oder Schotter bewusst wahrnimmt. Die Fußsohle wird also mal ordentlich durchmassiert.

Das Material und die Sohle laden förmlich zum unebenen Waldgeländelauf ein. Und mit einem Gewicht von nur 210 Gramm bringt der VIBRAM FIVEFINGERS SPYRIDON MR so wenig auf die Waage, dass das Gefühl des Barfusslaufens nur unterstützt werden kann.

VIBRAM FiveFingers Spyridon MR: Testläufe / Training

Genau genommen kann der Laufschuh in fast allen Bereichen zum Einsatz kommen. Angefangen beim Freeletics Training, dem klassischen Ausdauerlauf und dem wirklichen Wettkampf.

Wir beginnen dabei mit der Vorstellung beim Freeletics Training.

Ein absoluter Hingucker, weil er aus der riesigen Produktpalette herausragt. Viele der Sportler warfen mir fragende Blicke entgegen. Das Interesse war also geweckt. Der Grip beim Training an sich überzeugte absolut. Ganz gleich, ob Burpees, Squats oder andere Übungen gefragt waren. Die Standfestigkeit ist nicht so sehr wie bei einer durchgehenden Sohle gegeben und erfordert schon eine Eingewöhnung. Beim Training konnte er ansonsten mit dem geringen Gewicht überzeugen. Wir verwendeten ihn mal ohne Zehensocken und mal mit. Das  ist wirklich eine reine Geschmacksache.

Im nächsten Abschnitt wird das Lauferlebnis mit dem VIBRAM FiveFingers Spyridon MR beschrieben. Der VIBRAM FiveFingers Spyridon MR wurde in unserem Langzeittest tatsächlich bei allen Wetterlagen getestet.

An warmen Sommertagen hält der Hersteller das, was öffentlich beschrieben wird. Der Fuss wird nicht überhitzt, da das Obermaterial die Wärmezirkulation zulässt.

An regnerischen oder nasskalten Tagen haben wir die Zehensocken übergestreift. Beim Durchlaufen von kleineren Pfützen drang das Wasser sofort zwischen den einzelnen Zehen ein. Der Grund dafür ist die Konstruktion der Sohle an den Zehen. Die Sohle bietet dem einzelnen Zeh nach vorne hin Schutz, aber seitlich nicht. Dort dringt das Feuchte unmittelbar ein. Des Öfteren musste wir zudem feststellen, dass sich gerade Grashalme, kleine Stöcker oder kleinere Steine zwischen den Zehen verirrt hatten und dort stecken blieben. Wir mussten das Laufen also hin und wieder unterbrechen, um die fremden Gäste zu entfernen.

In Sachen Griffigkeit gibt es ebenso wenig, wie bei schnellen Richtungswechseln zu beanstanden. Sprints und Sprünge sind mit dem Laufschuh mühelos zu bewältigen.

Was uns nach 5 km laufen wirklich auffiel, ist die völlig andere Beanspruchung der Muskulatur. Die Waden wurden nach der kurzen Strecke schon ordentlich gefordert und zeigten erste Übermüdungserscheinungen an. Die ersten Läufe waren allesamt um die 12 km lang und gipfelten an den folgenden Tagen allesamt in einem fiesen Muskelkater. Diese Andersartigkeit kam erst hier richtig zum Vorschein. Nach dem circa zehnten Lauf hatten sich die Beine bei uns schließlich an die unterschiedliche Belastung gewöhnt. Wir können daher nur dazu raten es absolut langsam angehen zu lassen, sich Ruhezeiten zu gönnen und die Belastung langsam zu steigern, damit genügend Regeneration für die Muskulatur stattfinden kann.

Gehört der VIBRAM FIVEFINGERS SPYRIDON MR in die obere Riege der Laufschuhe, um eine Trophäe beim Hindernislauf zu erhalten?

Wir hatten die Gelegenheit ihn beim Spartan Race Berlin ausgiebig unter den Bedingungen eines vielfältigen Hindernislaufes zu testen. Wie schon im Spartan Race Erfahrungsbericht nachzulesen ist, bestand das Terrain im Großteil aus einer Offroad- Strecke.

Der Zehenschuh meisterte das Geläuf mit Bravour. Er nahm die Herausforderung der verschiedenen Böden spielend an und bot immer wieder den nötigen Grip. Standesgemäß tauchten die Beine samt Schuh in Wasserlöchern ein, die sonst die Schuhe ordentlich mit Schlamm und Wasser volllaufen lassen. Bei diesem Mal hatten wir nicht das Gefühl den ganzen Sumpf im Schuh aufgesogen zu haben. Wie schon bei den Testläufen lag das Problem eher darin, unnötige Wegbegleiter entfernen zu müssen. Kleine Äste, Grashalme oder Blätter setzten sich zwischen den Zehen fest. Wir befürchteten ebenso, dass die Anstiege aufgrund der nicht so stark ausgeprägten Sohle ein Problem werden könnten. Gerade bei den steilen Abschnitten weiß man absoluten Grip schließlich sehr zu schätzen. Überraschend leicht konnten diese dann aber erklommen werden.

Zusammengefasst läßt sich sagen, ob Sand, Gras, Matsch, Waldwege oder Asphalt, der Laufschuh ist stets Herr der Lage und fest an den Füssen geschnürt.

VIBRAM FiveFingers Spyridon MR: Das Fazit

Wir hatten in den vorhergehenden Berichten schon den ein- oder anderen Cross- Hindernislaufschuh unter der die Lupe genommen, und doch gehört der VIBRAM FIVEFINGERS SPYRIDON MR in eine ganz eigene Kategorie.

Er überzeugte uns vollends in der Verarbeitung, in der Passform, dem völlig anderem Laufgefühl, der Griffigkeit und in dem einzigartigen Design. Ein Hingucker ist er sowieso, da er sich stark vom klassischen Hindernislaufschuh unterscheidet.

Nach all den Strapazen des Crosstrainings, der Ausdauerläufe und dem Hindernislauf ist dem Zehenschuh keineswegs die Puste ausgegangen. Gebrauchsspuren sind bei unserem Modell ein Fremdwort. Das Material und die Sohle sind unbeschadet durch ein halbes Jahr gekommen. Auch die vom Hersteller angegebene 30 Grad Wäsche haben wir ohne anschließendem Verschleiss mitmachen können.

Der ambitionierte Läufer muss nun abwägen, ob anfänglicher Muskelkater und gelegentliche Mitbringsel zwischen den Zehen akzeptiert werden können. Wir sind eindeutig der Meinung darüber hinwegsehen zu können und eine echte Alternative gefunden zu haben.

Er macht auf dem Geläuf Spaß und überzeugt in der Funktionalität. Die Komfortfrage stellt sich ohnehin nicht. Die Frage, ob der Preis gerechtfertigt ist, beantworten wir gerne mit einem Ja. Allein die Tatsache das Gebrauchsspuren nicht äußerlich festgemacht werden können, lassen den Laufschuh ins Rampenlicht rücken. Auf Amazon könnt ihr den VIBRAM FiveFingers Spyridon MR aktuell zu einem Preis von 135€ kaufen.

Von uns gibt es beide Daumen hoch!

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